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Auf einer Halbinsel ragt weithin sichtbar ein gewaltiger Steinklotz 270 m in die Höhe. Auch aus weiter Ferne, wie den Bergausläufern der Medonie, ist der Rocca di Cefalu ein Augenmerk. Er war Namensgeber der Siedlung "Kephaloidion" wie sie die Griechen nannten, abgeleitet aus dem Griechischen für Kopf oder Haupt. Die ersten Siedlungen waren nicht wie heute unterhalb der riesigen Felsmauer, sondern auf dem Felsen, der wie eine natürliche Burg Schutz und einen weiten Blick entlang der sizilianischen Küste und über das tyrrhenische Meer verschaffte.
Heute drängen unter dem steil abfallenden Fels die Häuser der Altstadt eng aneinander. Das höchste Bauwerk ist der Duomo der Normannen, er ist zwar neben dem Rocca ein Zwerg, doch als Wahrzeichen überragt er die Altstadt, die zum Glück bis heute unverbaut und von Hochhäusern verschont ist. Der Grundriss von Cefalu stammt noch aus der arabischen Zeit, in der Mitte die Piazza mit dem Duomo der Normannen und rundherum die schmalen Gassen und Häuser gereiht. Sie liefern den wohltuenden Schatten. Das ist wohl der Grund, weshalb Cefalu von allen Orten auf Sizilien noch am ehesten an die arabische Blütezeit erinnert. Obwohl es, ausser dem Waschhaus "Lavatoio medievale" kein arabisches Bauwerk mehr gibt.Cefalu ist gut für jung und alt, und neben Taormina der Lieblingsort der bade-, kultur- und naturhungrigen Touris. Auch leicht zu erreichen mit der Bahn von Messina oder Palermo und von Siziliens Flughäfen meist stündlich mit den großen Buslinien. Die Bucht von Cefalu ist ein großer Sandstrand, für Hotelgäste gibt es die "Spiaggias" mit aufgereihten Liegestühlen und Schirmen, freien Strand, Bars und jeder Menge gebührenpflichtige Parkplätze für 6 €/Tag oder mehr. Was es nicht gibt sind Schattenplätze.
Unsere Ferienwohnung ist weit oberhalb am Hang, mit Blick auf Cefalu, mit gemietetem Auto eine gute Entscheidung, ein kühler Rückzugsort mit Vogelgezwitscher, selbst in der Nacht höre ich den Kauz und die Nachtigall.
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Es gibt ausser Flanieren und Baden rund um Cefalu schöne Aussichts-, Schlender- und Erkundungswege. Mein Lieblingsweg ist über die Klippen vom alten in den neuen Hafen. Hier entdecke ich den blaugrauen Kalkstein, überall an seiner Oberfläche sind ausgewitterte Versteinerungen, vorallem Korallen, Muscheln und wer genau hinschaut findet darin auch Turritellen, das sind die länglichen Turmschnecken.
Ein strapaziöser, wegen seiner Aussicht und Bedeutung aber lohnender Weg führt auf den Rocca hinauf. Ich begeistere mich für die alten Säulen des Dianatempels aus vorchristlicher Zeit, in ihrem graublauen Kalkstein tragen sie besonders schöne Exemplare von Turritellen. Ich träume von einer Zeit, wo diese Schnecken im Korallenriff unter dem Meeresspiegel herumturnten.
Beim Schlendern kommt man immer auf den Domplatz, Cafes, Bars, Restaurants laden ein das Treiben zu beobachten. Im Duomo wird gern geheiratet, die Treppe von der Piazza hinauf zur Kathetrale bietet eine schöne Kulisse für den Bräutigam und die Braut in weiß. Auch Liebespaare ohne Heiratsversprechung finden romantische Fotomotive in Cefalu, wie die Rundbögen in der Stadtmauer, die Mole, die Terrassen und Aussichtsplätze mit dem Blick auf die Sonne, die im Meer untergeht.
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Ausflugsschiffe tragen die Frischverliebten auf die eolischen Inseln, mit dem hitzigen Stromboli. Abgeklärtere Paare, wie Günter und mich zieht es auf die grünen Pfade der Madonie und weiter in das einsame Landesinnere.