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Das geographische Europa ist mit 43 Staaten und 60 Sprachen geographisch und kulturell stark zergliedert. Europa ist die "Alte Welt", die "Wiege der Kultur". Europa gibt weit über Europa hinaus den westlichen Nationen die kulturelle Grundlage. Diese "Alte Welt" hat gleichermaßen Bedeutung für Nord- und Südamerika, für Afrika und Amerika, insbesondere infolge der Seefahrernationen Portugal, Spanien, Holland, England und Frankreich und den Auswanderungen in diese Gebiete. Unter der "Alten Welt" versteht man die klassische Antike, also zunächst die griechische und dann die römische Kultur. Damit verfügt Europa über eine jahrtausendlange kulturelle Entwicklung.
Zum geographischen Europa gehört auch Russland. Während Russland nur gering besiedelt ist, unterteilt sich die vergleichsweise geringe Fläche im Westen und Süden Europas in 42 Staaten. Für Reisen bedeutet dies, dass man auf engstem Raum viele unterschiedliche Kulturen bereisen kann, ohne große Strecken überwinden zu müssen.
Europa hat heute etwa 750 Millionen Einwohner und ist der dichtest besiedelte Kontinent der Erde. Auch die jüngere Geschichte prägt Europa durch die Zweiteilung in sozialistische und marktwirtschaftliche Staaten.
Wollen Sie mit Ihren Wanderungen ein Stück Europa kennenlernen und damit Ihre Outdoor-Aktivitäten mit Studien verbinden? Wir haben das gemacht. Hier ein Ausschnitt aus unseren Wandererlebnissen, der zeigt, wie umfangrangreich die Möglichkeiten sind, bei der Planung von Wanderreisen die europäische Kultur zu erleben:
Kaiser und Könige haben Europa bewegt - positiv und negativ. Ganze Königreiche entstanden, veränderten sich, stiegen auf und fielen. Hier ein paar Beispiele:
Habsburger:
Fast zweihundert Jahre lang waren die Habsburger neben Napoleon Bonaparte und den Preussen die zentralen Regenten Europas. Die
Habsburger vergrößerten ihr Reich insbesondere mit geschickten Heiraten. In Lemberg, der heutigen Ukraine, hatten sie neben Wien
einen bedeutenden Standort. Die Altstadt von Lemberg steht unter dem Schutz der Unesco. Wir waren Anfgang Januar dort und haben
zudem noch das othodoxe Weihnachtsfest miterlebt.
Napoleon Bonaparte:
Napoleon Bonaparte wollte ganz Europa unter französische Führung bringen. Er wählte, wie viele seiner Vorgänger nicht die Methode der
Überzeugung und Freiwilligkeit, sondern mit Hilfe des Militärs die Methode von Macht und Stärke. Mit dieser Stärke und mit Drohungen
kriegerischer Folgen konnte er z.B. mit den Habsburgern Verträge darüber schließen, wem welche Gebiete gehören. So mussten die
Habsburger beispielsweise Bayern und Tirol an das napoleonische Reich abtreten. So veränderte sich die deutsche Sprache immer
mehr in Richtung französich. Die beiden Germanistikprofessoren an der Göttinger
Universität, Jakob und Wilhelm Grimm, ergriffen eine Rettungsaktion zu Gunsten der deutschen Sprache. Die sammelten deutsche
Volksmärchen und schrieben sie auf. Unsere Wanderung durch den Harz auf dem
Harzer Hexenstieg
lief unter diesem Thema.
Nach großen anfänglichen Erfolgen scheiterte Napoleon Bonaparte und wurde auf Elba zur Ruhe gebracht. Auf unseren Wanderungen durch Elba "begegneten" wir immer wieder Napoleon Bonaparte.
Napoleon Bonaparte ging auch mit der Kultur und den religiösen Bräuchen der von ihm annektierten Gebiete nicht sensibel um. So wollte er das aus seiner Sicht rückständige Volk in Südtirol dr französischen Kultur anpassen. Das forderte vor allem Andreas Hofer im hintersten Passeiertal heraus, der einen Aufstand gegen die Bayern anzettelte, organisierte und führte, die im Auftrag von Napoleon Bonaparte Südtirol besetzten.
Ludwig II, der König von Bayern:
König Ludwig II. hatte aus seiner Warte aus gesehen großes Pech, dass er um Jahrzehnte zu spät geboren wurde. Er eiferte dem
französischen Sonnengott nach, aber diese Zeit war zu seinen Lebzeiten bereits abgelaufen. Er war aber mit seinem Denken noch
im Absolutismus gefangen und baute sich bombastische Schlösser, wie z.B. das in Linderhof, bei dem wir bei unserer
Wanderung auf das Pürschlinghaus
starten. Er war der Natur sehr verbunden und war oft auf seiner
Jagdhütte am Walchensee, nämlich der Hochkopfhütte,
wo er nicht jagte, sondern sich eher mit Richard Wagner, dem großen Komponisten traf. Am
Herzogstand
ließ er sich einen Pavillon erbauen, von dem er die schönste Aussicht auf die bayerischen Berge und die Zugspitze hatte. Am
Kofel bei Oberammergau wanderte er gerne.
Und auf sein reich eingerichtetes
Berghaus auf dem Schachen
war er. Dazu baute er die Straße aus, damit er von seinen Trägern gut hinausgetragen werden konnte.
Friedrich II:
Friedrich II. war ein bedeutender deutscher Kaiser. Er wurde in Palermo geboren und wuchs die ersten Jahre dort auf. Dort wurde
er nach vielen Jahrzehnten intensiver Staatstätigkeit wieder bestattet. Er gehörte zum Geschlecht der Staufer, denen man auf
den Wanderungen durch die schwäbische Alb immer wieder begegnet.
Etrusker:
Bei den Wanderungen auf der Insel Elba
begegnen wir immer wieder den Etruskern. Diese hatte dort die Insel als zentrale
Industriestätte genutzt für Erzabbau und Eisenherstellung. Die Etrusker waren in den Jahrhunderten vor Christi das entscheidende
Volk, das in Italien den Ton angab und die Kultur gab. Immer mehr gingen die Etrusker in den späteren Römern auf. Aber auch in
der Toskana und in Umbrien begegnen wir immer wieder den alten Kulturen der Etrusker.
Römer:
Vierhundert Jahre währte das römischer Reich. Inmitten der Hochphase der Römer wurde ihre Lebenskultur durch den Vulkanausbruch
des Vesuvs konserviert. Dies lässt sich aller bei einem besucht der teilweise ausgegrabenen Römerstadt Pompeji erleben.
Der 1. Weltkrieg wütete auch in Südtirol an der Grenzlinie von Österreich zu Italien. Der Sentiero della Pace, der Friedensweg, verläuft über hunderte Kilometer durch Südtirol exakt auf der alten Grenzline des 1. Weltkriegs. Im Pustertal, insbesondere bei den Sextner Dolomiten, können die alten Wehrstellungen der Österreicher noch besichtigt werden. Diese haben Wege gebaut und Wehranlagen errichtet, um dort mit schwerem militärischem Gerät gegen die Italienern kämpfen zu können. Am Passo Nota, im Hinterland nördlich des Gardasee, kommen die Wanderweg an den alten Kampfzogen und an Soldatenfriedhöfen vorbei.
Goethe:
Gerhart Hauptmann:
Der Nobell-Preisträger Gerhart Hauptmann wohnte in Schlesien am Fuße des Riesengebirges. Dort schrieb er sein berühmtes Werk
"Die Weber". Wir starteten unsere Durchquerung des Riesengebirges
an seinem Wohnhaus, das heute als Museum betrieben wird.